Montag, 22. November 2010

Interkulturelle Unterschiede

Interkulturelle Unterschiede

Bevor ich in den Südwesten von England gereist bin, war meine Erwartungshaltung die Folgende:
Durch Rosamunde Pilcher Filme hatte ich das Bild von kleinen Backsteinhäusern, urigen Pubs und alten Cottages vor Augen. Ich dachte, dass Höflichkeit und Hilsbereitschaft zu weit verbreiteten Tugenden auf der Insel gehören. Aus dem Fernsehen kannte ich die Wettleidenschaft der Engländer bei Pferderennen sowie snobistische Frauen mit großen Hüten. Ausserdem wusste ich, dass sich die englische Sprache insbesondere bei den Frauen überall gleich hoch und meldodisch anhört. Ich war gespannt, ob das englische Wetter wirklich so regnerisch und die englische Küche wohl besser als ihr Ruf sein wird.

Alles nur Klischees oder doch der Wirklichkeit entsprechend?

Aufklärung:

Entlang der Küste kann man diese wunderbare idylische Landschaft aus den Rosamunde Pilcher Filmen entdecken. Aber eben nur dort. Das Leben in der Stadt ist mit Deutschland durchaus vergleichbar. Alltagsstress und eine “Rush Hour” findet man anscheinend überall.
Die bekannte Höflichkeit und Hilfsbereitschaft erfahre ich ständig. Auf der Arbeit werde ich mehrmals am Tag “How are you?” und “Is everything all right?” gefragt. Ein ganz anderes Gefühl als in Deutschland, an das man sich - im positiven Sinne - erst einmal gewӧhnen muss! Selbst der Busfahrer bedankt sich, wenn man wieder aussteigt. Bei der andauernden Unpünktlichkeit der Busse finde ich das jedoch auch durchaus angebracht!
Die Wettleidenschaft gehört auf jeden Fall zu einer auffälligen Tugend auf der Insel. Casinos findet man nicht selten. Die Frauen mit den Hüten habe ich natürlich nicht getroffen! Frauen mit gleich klingenden Stimmen hingegen überall!
Und das Wetter? Der Jahreszeit entsprechend, regnet und stürmt es hier ständig. Die Temparatur im November ist im Vergleich zu Deutschland jedoch hӧher.
Die englische Küche ist sehr gewöhnungsbedürftig. Sehr kalorienreich und nährstoffarm. Doch eine zunehmende Revolution hin zum “continental-style” kann man insbesondere in den Pubs und Restaurants feststellen.

Es werden also doch, trotz der EU-Zugehörigkeit, entscheidende Unterschiede in der Lebensweise und in der Mentalität erkennbar.

Das belegen auch diese offensichtlichen Tatsachen:
Engländer messen in inches und feet statt in Zentimeter und Meter
Engländer wiegen in stones statt in Kilos
Engländer tanken gallons statt Benzin
Engländer bezahlen mit Pfund statt mit Euro
Engländer fahren links statt rechts

Im Laufe meines Aufenthaltes habe ich mir dann die Frage gestellt : WARUM eigentlich? Warum beharren die Briten so auf Ihren Tugenden? Eine schlüssige Antwort habe ich jedoch nicht gefunden. Wahrscheinlich lässt sich diese Frage nur mit der Antwort Tradition und Nationalstolz begründen.


verfasst von
Larissa Lütke Besselmann

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